02.12.2014 – Nach zähem Anfang nun verwurzelt

S-Nord - Dass Christiane Zielke ihre Modenschau in der Akademie der Bildenden Künste zeigt, ist naheliegend im Wortsinn. Ihre Modeboutique, deren zehnjähriges Geschäftsjubiläum Zielke mit der Modenschau am Samstag gefeiert hat, ist nur wenige Schritte von der Hochschule auf dem Killesberg entfernt. „Es ist passend, das Jubiläum hier zu feiern“, sagt die Rektorin, Petra von Olschowski. „Der Akademie-Alltag gleicht schließlich einem täglichen Zielke-Laufsteg.“ Ob Mitarbeiter oder Studenten – man kaufe gerne bei Zielke ein, so von Olschowski.

2004 hat Zielke ihre Mode-Boutique auf dem Killesberg eröffnet. Ihre Anfänge als Geschäftsfrau liegen allerdings länger zurück: Bereits 1991 hatte sie sich mit ihrem ersten Laden im Stuttgarter Osten selbstständig gemacht. „Der Laden ist für mich eine Herzensangelegenheit und ich gehe dort mit unheimlich viel Energie und Freude täglich hin“, sagt Zielke. Das ist es auch, was die Stammkundschaft zu schätzen weiß. „Bei Christiane bekomme ich immer persönliche Beratung, sie kennt meinen Geschmack und meine Bedürfnisse“, sagt eine Kundin, die zur Modenschau gekommen ist, um mit Zielke gemeinsam das Jubiläum zu feiern.

Vor einigen Jahren hat sich Zielke einmal selbst als Designerin versucht und eine Kollektion entworfen, die sie zunächst in Deutschland und anschließend in Tunesien produzieren ließ. Allerdings musste sie schon bald feststellen: Die Produktionskosten und der Aufwand waren viel zu hoch. „Ich verkaufe nichts eigenes, in meinem Laden sind aber mehr als 30 internationale Marken vertreten“, sagt Zielke.

Als Zielke vor zehn Jahren mit ihrem kleinen Geschäft auf den Killesberg kam, gab es dort kaum inhabergeführte Geschäfte, erinnert sie sich. Nach und nach haben sich um ihre Boutique herum weitere kleine Läden angesiedelt, die sich seit etwas mehr als einem Jahr unter dem Namen „Lichter des Nordens“ präsentieren und gemeinsame Aktionen organisieren, um ihre Kundschaft zu halten.

In den neuen großen Einkaufszentren wie dem Milaneo oder dem Gerber sieht Zielke übrigens keine Konkurrenz: „Das ist eine ganz natürliche Entwicklung, dass es diese großen Malls gibt. Aber ich habe ja eine komplett andere Zielgruppe als beispielsweise die Bekleidungsketten im Milaneo.“ Sie sieht den Bau solch großer Zentren sogar positiv für ihre Boutique: „Das ist ein Negativmodell für meine Kunden. Sie schauen sich das dort einmal an und kommen dann zu mir und freuen sich um so mehr über die individuelle Beratung und den kundenorientierten Service.“

Dass sie es soweit geschafft hat, darauf ist die 47-Jährige auch ein bisschen stolz. Anfangs sei es an ihrem neuen Standort im Norden nicht einfach gewesen: „Die Menschen haben mich nur ungläubig angeguckt und gemustert. Mittlerweile bin ich mit meiner Familie hier verwurzelt.“ Das nicht nur durch das Geschäft, sondern auch durch die Kita ihres fünfjährigen Sohnes und durch das Zuhause ihrer Familie, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Laden befindet.



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